Goethe-Zertifikat B2 · Modellsatz Erwachsene Listening Transcript
Every listening script from the Goethe-Zertifikat B2 · Modellsatz Erwachsene sample set, in question order, Q1 to Q30. Read along here, or take the timed mock exam with the original audio.
Questions 1 and 2
M: Warum liest du Romane? F: Dabei kann ich mich gut entspannen. Wenn ich lese, vergesse ich die Welt um mich herum. Ich befinde mich in einer märchenhaften Welt, kann mit den Romanhelden fühlen und die Geschichte miterleben. Danach fühle ich mich wie andere nach einem Bad oder nach der Sauna. Filme mag ich nicht so sehr. Das ist mir alles viel zu real. Da jagt eine Szene die nächste. Man kommt gar nicht zum Nachdenken.
Questions 3 and 4
M: Unser nächstes Thema in der Wirtschaftswoche: In vielen Ländern gibt es schon keine 1-Cent-Münzen mehr. Und auch die anderen Münzen und Geldscheine werden immer seltener benutzt. Die Leute zahlen lieber mit ihrer Bank- oder Kreditkarte. F: Ja, richtig. Vor allem wenn sie im Internet einkaufen oder auf Reisen sind. Das ist sehr nützlich, weil man dann zum Beispiel sein Geld nicht mehr umtauschen muss. Außerdem gibt es in manchen Ländern Geschäfte, in denen man mit Karte zahlen muss. Die nehmen gar kein Bargeld mehr an. Bald wird überall nur noch mit Karte bezahlt. Da bin ich mir sicher.
Questions 5 and 6
M: Wie war denn dein Praktikum eigentlich? F: Mein Praktikum? Das war echt toll! Ich war ja in der Anwaltskanzlei und hab einen echt guten Einblick in ihre Arbeit bekommen. Ich konnte sogar zu ein paar Terminen bei Gericht mitgehen. Das war sehr spannend. Aber auch die anderen Aufgaben haben mir gefallen. Natürlich musste ich auch mal Kaffee kochen oder Kopien machen, aber das war nicht schlimm. Ich konnte mich sogar in Fälle einlesen, die für mein Seminar in Verfassungsrecht echt hilfreich sind.
Questions 7 and 8
M: Es gibt immer mehr Unfälle mit Radfahrern. Experten wollen deswegen, dass Fahrradfahren sicherer wird. Eine Idee ist, dass jedes Fahrrad wie ein Auto ein Nummernschild haben muss. Das Problem: Radfahrer sind schuld an einem Unfall, wenn sie einfach bei Rot über die Ampel fahren und zwei Autos deswegen zusammenstoßen. Wenn der Radfahrer einfach wegfährt, weiß die Polizei nicht, wer das war. Mit einem Nummernschild wie beim Auto könnten die Polizisten das aber herausfinden. Schließlich fanden die Experten den Vorschlag aber doch zu unpraktisch.
Questions 9 and 10
F: Ich find das Seminar bei Professor Köster echt gut. M: Ja. Ich auch. F: Hast du schon ein Thema für das Referat? M: Nein, habe ich noch nicht. Ich hab auch, ehrlich gesagt, gar keine Idee. Hast du denn schon eine? F: Nein, auch noch nicht. Aber ich habe mir schon ein paar Gedanken gemacht und werde nächste Woche in seine Sprechstunde gehen. M: Worüber würdest du denn gerne sprechen? F: Ich würde gerne darüber referieren, wie Afrika in der neueren deutschen Literatur dargestellt wird. Also wie zum Beispiel afrikanische Figuren in Romanen dargestellt werden. M: Toll!
Questions 11 and 12 and 13 and 14 and 15 and 16
Moderator: Ich begrüße heute Doktor Helene Neuhaus, Leiterin des Instituts für „gesunde Ernährung und nachhaltige Lebensmittelproduktion". Sie sagt: Wir müssen unsere Ernährungsgewohnheiten und unsere Lebensmittelproduktion in Zukunft radikal umstellen. Fangen wir mal mit der Ernährung an, Frau Neuhaus: Was muss sich da vor allem ändern? Frau Neuhaus: Auf jeden Fall ist es gut, wenn wir uns über die Folgen unserer Ernährung bewusst werden. Was bedeutet es für die Umwelt, wenn ich mich für ein bestimmtes Essen entscheide? Was hat das für Konsequenzen, wenn ich Fisch oder Rindfleisch wähle, oder wenn ich mich stattdessen vegetarisch ernähre, das heißt vielleicht Sojabohnen oder Erbsen esse, um Proteine zu mir zu nehmen? Moderator: Bleiben wir vielleicht mal beim Fleisch, weil ja viele sagen, das können wir uns auf Dauer gar nicht leisten, so viel Fleischkonsum. Frau Neuhaus: Wie ernähren wir die wachsende Weltbevölkerung, ist ja die Frage, die dahinter steht. Wir beobachten heute: Es gibt in vielen Ländern immer mehr Menschen, die sich Fleisch leisten können. So entsteht eine wachsende Nachfrage nach Fleisch. Man kann dort aber nicht einfach die Fleischproduktion entsprechend erhöhen. Moderator: Aber womit lässt sich Fleisch denn ersetzen? Frau Neuhaus: Eine mögliche Alternative sind Insekten, also z. B. Käfer oder Ähnliches; frittiert schmecken sie ähnlich wie die Haut von Brathähnchen. Man kann Insekten auch karamellisieren oder in Schokolade tauchen. Sie lassen sich auch gut für verarbeitete Produkte nutzen, zum Beispiel Insektenriegel statt Schokoriegel. Die Zubereitung kennt keine Grenzen. Moderator: Haben Sie solche Insektenriegel schon probiert? Frau Neuhaus: Meine Kollegin hat sie gekostet. Sie sagt, sie sind sehr lecker. Moderator: Ist denn der Insektenkonsum in den letzten Jahren gestiegen? Frau Neuhaus: Ja, durchaus. Aber in manchen Ländern war das Essen von Insekten in der Bevölkerung schon immer weit verbreitet. Früher hat man Käfer, Raupen und andere Insektenarten mühsam gesammelt, mittlerweile werden sie in landwirtschaftlichen Betrieben gezüchtet. Diese Betriebe benötigen weniger Platz, Wasser und Futter als zum Beispiel Betriebe mit Rindern oder Schweinen. Moderator: Damit kommen wir zu ihrem zweiten großen Thema: Das Umdenken in der Landwirtschaft. Ein aktueller Trend in westlichen Metropolen ist es, Gemüse im Hochhaus oder in Gärten in der Stadt anzubauen. Was sagen Sie dazu? Frau Neuhaus: Also, ich halte das für sehr zukunftsweisend, denn da spart man vor allem Wasser, da spart man Dünger. Es rentiert sich auf jeden Fall für den Anbau von Salat und Kräutern. Allerdings ist der Anbau sehr stromintensiv, und für die Produktion anderer Nutzpflanzen wie Weizen und Kartoffeln werden immer noch große Flächen gebraucht. Moderator: Sie forschen ja auch zum Thema „individualisierte Landwirtschaft”. Was ist das genau? Frau Neuhaus: Es geht darum, mehr Rücksicht auf die Lebensqualität der Tiere zu nehmen; dass zum Beispiel in der Milchproduktion ein Computer erkennt, ob und wie viel Milch die Kuh gerade hat. Eigentlich ist es nur eine intelligente Melkmaschine, die da eingesetzt wird. Moderator: Herzlichen Dank Frau Doktor Neuhaus für dieses interessante Gespräch. Frau Neuhaus: Gerne.
Questions 17 and 18 and 19 and 20 and 21 and 22
Moderator: Schön, dass Sie mit dabei sind, hier bei Radio LOLA. Heute geht es um die Frage: Wohnungsnot und steigende Mietpreise. Welche Alternativen gibt es eigentlich in Städten wie Berlin, München und Hamburg? Sind Wohngemeinschaften ein Ausweg aus der Wohnungsnot? Mein erster Gast im Studio ist Lisa Gerster. Sie hat vor zwei Monaten ihr Studium abgeschlossen. Lisa Gerster: Hallo. Moderator: Hallo, Sie haben Erfahrung mit Wohngemeinschaften? Lisa Gerster: Ja, das kann man sagen. Seit meinem Studium wohne ich in einer WG. Das sind jetzt fünf Jahre. Moderator: Da konnten Sie sicher einige Erfahrungen sammeln. Außerdem begrüße ich im Studio Emma Lück, eine Seniorin, die eine andere Möglichkeit des Zusammenlebens ausprobiert. Frau Lück: Ja, guten Tag. Moderator: Frau Gerster, wie kam es denn dazu, dass Sie in eine Wohngemeinschaft eingezogen sind? Lisa Gerster: Als ich zum Studium nach Berlin kam, hatte ich nicht viel Geld und zog in eine WG, also eine Wohngemeinschaft. Und da es nach dem Studium als Geisteswissenschaftlerin mit anständig bezahlten Stellen im Moment schlecht aussieht, bleibe ich vorerst dort wohnen – bis ich richtig Geld verdiene. Moderator: Ja, ich wohn selbst in einer WG. Finanziell kann sich das schon lohnen. Immer mit anderen zusammen zu sein, kann manchmal aber auch schwierig sein. Ständig ist jemand laut oder will was von dir. Braucht man nicht auch einmal einen Rückzugsort? Lisa Gerster: Klar, Rückzugsräume sind wichtig. Bei mir gilt halt: Wenn die Tür zu ist, dann ist sie zu. Aber: Man braucht die Tür nur wieder aufzumachen und schon hat man Mitbewohner und Vertraute für Gespräche. Und deren Freunde werden oft irgendwann auch zu eigenen Freunden. Moderator: Und deine Mitbewohner stört es nicht, wenn bei dir die Tür zu ist? Lisa Gerster: Eigentlich nicht. Dasselbe gilt ja für alle. Wenn man Ruhe haben möchte, geht man in sein Zimmer. Moderator: OK. WGs sind ja jetzt nichts Neues; neu ist aber, dass selbst ältere Leute nicht mehr alleine leben wollen und sich Gemeinschaften bilden. Frau Lück, Sie sind Bewohnerin eines Mehrgenerationenhauses. Was muss man sich darunter vorstellen? Frau Lück: Ja, wie soll ich das sagen? Ich wohne zusammen mit neun anderen Personen, jeder hat seine eigene kleine Wohnung. Moderator: Ist es so eine Art Altersheim? Frau Lück: Eben nicht, das würde mir nicht gefallen. Bei uns ist die jüngste Hausbewohnerin vier Wochen alt, ich selbst bin die älteste. Ich finde: genau wie verschiedene Interessen halten verschiedene Generationen ein Haus spannend. Moderator: Interessant! Wo genau sehen Sie die Vorteile? Frau Lück: Manchmal hab ich Probleme mit den Knien, da geht dann eine von den jungen Müttern aus dem Haus für mich einkaufen. Dafür passe ich dann abends gern mal auf ihre zwei kleinen Kinder auf. Moderator: Es ist also ein Geben und Nehmen? Frau Lück: Genau. So kann man das sagen. Das ist schon sehr praktisch. Moderator: Zum Schluss eine Frage an Sie beide. Ist Mitte 20 das perfekte Alter für das Leben in einer Gemeinschaft oder lieber Mitte 60? Lisa Gerster: Ich glaube, dass Gemeinschaften tatsächlich ganz besonders geeignet sind für Leute im Rentenalter, die manchmal Hilfe brauchen. Viele mit 25 leben ganz gern als Paar zusammen oder allein. Da kann man sich noch selber helfen. Moderator: Danke Ihnen beiden für den interessanten Einblick. Was denken Sie, liebe Hörerinnen und Hörer zu unserem Thema? – Rufen Sie uns an! Hier unsere Telefonnummer 0800 (fade out).
Questions 23 and 24 and 25 and 26 and 27 and 28 and 29 and 30
Herzlich willkommen, meine sehr verehrten Damen und Herren, zu meinem Vortrag „Ordnung im Kopf“. Ich bin Jochen Kinigard von der Universität Bonn. Wer kennt das nicht? Man versucht, zu arbeiten, doch ständig wandern die Augen zu den ungelesenen E-Mails auf dem Bildschirm, zum blinkenden oder klingelnden Handy oder den noch zu erledigenden Aufgaben. Bis zu 23 Minuten kann es nach solchen Störungen dauern, bis wir wieder fokussiert arbeiten und im „Flow“ sind, wie wir das nennen. Um danach wirklich runterzukommen, also im Kopf von Arbeit auf Freizeit umzuschalten, dauert es oftmals weit länger. Seien wir doch mal ehrlich: Zerstreuung ist ein Merkmal unserer Zeit. Den gesamten Tag füttern wir unser Hirn mit leeren Kalorien, das heißt mit Dingen, die nicht zu der eigentlichen Aufgabe gehören. Meist hat das nichts mit Schwierigkeit oder Komplexität zu tun, sondern dass wir Dinge ungefiltert in unseren Kopf lassen. Es scheint unmöglich, voll konzentriert zu arbeiten. Es andauernd zu versuchen kostet Kraft und ist wenig zielführend. Aber das wirklich konzentrierte Arbeiten ohne Ablenkungen schafft das größte Hochgefühl. Mehrere Dinge gleichzeitig zu tun hilft dagegen nichts: Es werden zwar mehrere Dinge parallel erledigt, jedoch leidet das Ergebnis stark darunter. Pro Aufgabe, die dazu kommt, verringert sich die Fähigkeit, die eigene Leistung zu beurteilen. Was aber bekanntlich hilft, ist Dinge ins externe Gedächtnis zu verschieben. Das tut man, indem man zum Beispiel Adressen aufschreibt oder Einkaufslisten. Dadurch kann sich das Gehirn auf andere Dinge konzentrieren. Auch Ausdauersport an der frischen Luft und Ruhepausen helfen dabei, den Kopf frei zu bekommen. Lassen Sie mich ein Beispiel geben: Ruhepausen sind per Gesetz vorgeschrieben, vom Arbeitgeber oft stark reguliert. Fluglotsen beispielsweise machen alle 2 Stunden 30 Minuten Pause – das empfinde ich als Wissenschaftler als richtig, sonst käme es zu Fehlern. Und auch wenn einige sie oft als unwichtig abstempeln, so kommen uns gute Ideen oft genau dann, wenn wir nicht an die Arbeit denken. Beim Arbeiten unter Zeitdruck kommen ebenfalls oft die besten und kreativsten Ideen. Vorherige Denkblockaden, also im Kopf nicht weiter zu kommen, lösen sich oft auf und der zeitliche Druck wird nicht als stressig, sondern als motivierend empfunden. Zusammenfassend kann ich nur sagen: Es ist wichtig, Ablenkungen als solche zu erkennen und – wenn möglich – gar nicht erst entstehen zu lassen: Es geht nicht darum, in Zukunft nicht mehr auf äußere Einflüsse zu reagieren. Meiner Meinung nach reicht es beispielsweise, die E-Mails alle zwei bis drei Stunden anzusehen und dazwischen voll konzentriert zu arbeiten. Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit, meine Damen und Herren.
Hear it under exam conditions
Timed, with the original audio and the plays the exam itself prescribes, just like the real Hören module.